18. May 2010 16:57 - von Wolfgang Baumbast
Nach der Gesundheit ist Geld das wichtigste Gut auf der Welt. Wer etwas anderes behauptet, ist ein hoffnungsloser Idealist.
Geld ist ein narzisstisches Triebbefriedigungsinstrument aller erster Güte. Mit dem Geld, das wir verdienen, bestimmen wir unseren Wert. Wer kein eigenes Geld verdient oder kein Vermögen besitzt, kommt sich daher schnell wertlos vor. Das nagt am Selbstbewusstsein.
Mit Geld können wir uns unsere Wünsche erfüllen und schnieke Sachen kaufen. Statussymbole zum Beispiel. Auch damit peppen wir unser Selbstbewusstsein auf.
Es ist von diesem Standpunkt aus nicht nur legitim, viel Geld verdienen zu wollen, sondern entspricht auch einem tiefen inneren Bedürfnis. Wir sollten endlich damit aufhören, diese Impulse zu verdammen.
Wer sich sein Geld auf ehrliche Weise verdient, raubt es nicht einem anderen. Er arbeitet schließlich dafür und soll auch gerecht entlohnt werden. Die Betonung liegt auf gerecht.
Und hier liegt das Problem. Es geht nicht gerecht zu auf dieser Welt. Wenn es um Gld geht schon gleich gar nicht. Geiz und Gier verhindern dies. So lange wir diese Probleme nicht in den Griff bekommen, wird ständiger Unfrieden herrschen.
Wir brauchen einen Wertewandel. Der momentan grassierende unkultivierte Individualismus (Egoismus 2.0) muss in einen kultivierten Individualismus (Egoismus 3.0) transformiert werden. Anders bekommen wir unsere wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten nicht gelöst.